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Diese Seite ist dem Leben und dem Werk des 

Frankfurter Malers und Bildhauers Johann Heinrich Limpert (1858 - 1938) gewidmet.

"Selbstbildnis J.H. Limpert 1912" Öl / Lw.,  WVZ 4.15

 

Die große Johann Heinrich Limpert - Ausstellung im Dezember 2010 stand unter dem Motto:

"Ein deutscher Maler mit klassischer europäischer Prägung"

und fand in der Commerzbank - Filiale im Fürstenhof zu Frankfurt a.M. statt.

Die Commerzbank Filiale in Frankfurt eröffnete am 1. Dezember in der Rotunde ihrer Filiale Frankfurt-Fürstenhof, Gallusanlage 2, eine Ausstellung des Frankfurter Malers Johann Heinrich Limpert (1858-1938). Die Ausstellung findet unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten Volker Bouffier und in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft zur Förderung Frankfurter Malerei e.V. statt. 

Bisher war es schwierig, sich einen Überblick über das Gesamtwerk des 1858 in Frankfurt/Main geborenen Künstlers zu verschaffen, da sich seine Werke zum Großteil in Privatbesitz befinden. Mit der Sonderausstellung in der Commerzbank wurden die Werke des fast vergessenen Künstlers wieder ins Licht der Öffentlichkeit gerückt.

Die Ausstellung möchte eine Übersicht über Limpert vielfältiges Schaffen bieten und ermöglichte so dem Besucher neue Einblicke in sein immer noch viel zu unbekanntes künstlerisches Wirken in Frankfurt am Main zum Ende des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. Sie öffnet den Blick auf einen naturverbundenen Maler der an vielfältigen Plätzen Europas immer wieder Inspirationen zu seinen impressionistisch anmutenden Werken vorfand.

Zur Ausstellung erscheint ein Kunstkalender 2011 mit Werken Johann Heinrich Limperts.

 

Bilder einer Ausstellung:  

Eindrücke von der Ausstellungseröffnung am 1. Dezember 2010

Grußworte zur Ausstellung

- des Hessischen Ministerpräsidenten Herrn Volker Bouffier

der Oberbürgermeisterin der Stadt Frankfurt a. M. Frau Petra Roth 

und des Kulturdezernenten der Stadt Frankfurt a. M. Herrn Prof. Dr. Felix Semmelroth 

und der Vorsitzenden der Gesellschaft zur Förderung Frankfurter Malerei e.V. Frau Daria Bottero-Heller


 

Leben und Werk


Johann Heinrich Limpert ( 1858- 1938):    Maler, Bildhauer, Grafiker  und Schriftsteller

 

Am 18. April 1858 wird Johann.Heinrich Limpert in Frankfurt am Main als Sohn eines Weißbindermeisters geboren. Seine Mutter Clara Elisabeth Limpert, geborene Schneider, ist eine Frankfurter Bürgerstochter, durch die er die Frankfurter Bürgerrechte erhält. In der weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannten Altstadt  Frankfurts, im Citronengäßchen 5, wächst der Knabe Heinrich auf. Das Leben in einem kleinen dreistöckigen Haus ohne elektrischen Strom und fließendes Wasser ist sicher entbehrungsreich gewesen. Das Leben in einer Familie, die sich durch starken inneren Zusammenhalt  auszeichnet, prägt  das Kind Heinrich, besonders in der Liebe zu den Geschwistern Anna und Bartel.

1865 kommt Heinrich in die Bürgerschule, die er 1873 beendet um im Betrieb des Vaters eine Weißbinderlehre anzutreten. Schon während der Schulzeit wird Heinrichs zeichnerisches Talent erkannt, und der erst Zwölfjährige wird 1870 in die Elementarklasse des Städelschen  Kunstinstitutes aufgenommen. Den Satzungen des Stiftungs- Briefes Friedrich Städels gemäß konnte er als Frankfurter Bürgersohn unentgeltlich am Unterricht teilnehmen. Die doppelte Erfahrung von praktischer Arbeit mit Farbe und Fläche und die zeitgleiche künstlerische Ausbildung müssen hoch bewertet werden; sie ist kein Einzelfall, wenn man den Werdegang anderer Künstler betrachtet. Der junge Frankfurter besucht zu damaliger Zeit noch die Schule in der Neuen Mainzer  Straße, die sich in einem Privathaus befindet, das Schulgebäude und Museum zugleich ist. Erst 1877 konnte man in das von dem Architekten Oskar Sommer erbaute, am Mainufer gelegene, neue Schulgebäude umziehen. Heinrich Limpert erlernt das Zeichnen bei Johann Heinrich Hasselhorst, ab 1872 unterrichtet ihn der Bildhauer Gustav Kaupert im Modellieren, ab Winter 1874/75 der Architekt Oskar Sommer im Architektur- und Ornamentzeichnen. Von herausragender Bedeutung ist der Unterricht bei Hasselhorst. Er erläutert Probleme der Schattenlehre, der Perspektive und Anatomie in einprägsamer Weise, und lässt jedes Talent seinen eigenen Weg gehen. Von allen Schülern verlangt der Meister vorher völlige Beherrschung  des rein Technischen. Das Hauptanliegen Hasselhorsts als Lehrer war darauf gerichtet das Formgedächtnis zu bilden. Nach der Überzeugung Hasselhorsts war ein sicherer Zeichner in der Lage „seinen Gegenstand, bevor noch ein Strich hingesetzt sei, schon fertig  mit dem geistigen Auge auf  dem Papier zu sehen.“

 

Limpert ist 26 Jahre alt als er sein erstes  Selbstbildnis. malt. Die  Bildnismalerei des Frankfurter Künstlers tritt in diesem Kalender nur mit wenigen Exponaten in Erscheinung. Es darf aber behauptet werden, dass Limperts Porträts von großem Gehalt, schlichter Form und reich an Tiefe sind.

Das Durchschauen des Menschen, seines Charakters  und dessen Sichtbarmachung, ist nur dem Künstler möglich. Er allein hat den Blick für das Ganze. Alles Hochtrabende, Akademische, Formalistische wird weggelassen, Farbenreichtum und Farbenvornehmheit erscheinen in Schärfe und Feinheit der Beobachtung.

 

Nach seinen Frankfurter Studienjahren, in denen er zum Meister der Form und des feinen Farbauftrages geworden ist, wechselt Johann. Heinrich. Limpert nach Karlsruhe an die Kunstakademie.

Im Gegensatz zum liberalen Frankfurt, wo Bürgerkinder kein Schulgeld entrichten mussten, aufgrund der großzügigen Stiftung Friedrich Städels, erfordert das Studium in Karlsruhe Schulgeld.

Da der Student Limpert auch Studienmaterial und Lebensunterhaltskosten hat, ist anzunehmen, dass die Familie bereit war, die weitere Ausbildung des begabten jungen Mannes zu tragen. Die Opferbereitschaft  der Frankfurter Familie unterstreicht den großen inneren Zusammenhalt.

Vor seinem Umzug nach Karlsruhe unternimmt Limpert  Studienreisen nach Südtirol und Ungarn. Die erhaltenen Arbeiten mit Darstellungen von Pferden in der Puszta sind lebendigeZeugnisse der Atmosphäre, die den Künstler dort umgibt. In Ungarn wird Limpert  sich auch als  Schriftsteller betätigen, was sein Nachlass bezeugt.

In Karlsruhe, wo er von 1885- 1888  studiert, nimmt Heinrich Limpert  am Unterricht der Professoren Herrmann Baisch und Gustav Schönleber teil.

Der aus Dresden stammende Baisch (1846-1894) wurde 1881 als Lehrer für Tiermalerei berufen. Baisch zeigte neben seiner Begeisterung für die holländische Tiermalerei des 17. Jh.. auch großes Interesse für  die Landschaftsmalerei der Schule von Barbizon. Herrmann Baisch errichtet in Karlsruhe ein Freilichtatelier und lässt Tiere als lebendiges Anschauungsmaterial anschaffen. Das Besondere der Ausbildung im Freilichtatelier war die Möglichkeit des Zeichnens und Malens von Tieren in Bewegung. In Limperts „Weidemotiven“ spiegelt sich die Hinwendung und  Liebe zu diesem Sujet wieder.

 

Auch der Unterricht bei Gustav Schönleber ( 1851-1917) hat großem Einfluß auf Limpert,  prägt er doch die Fähigkeit der malerischen Wiedergabe von Luft und Licht in der Landschaft. Schönleber  gilt als einer der ersten reinen “Landschafter“ Deutschlands.

Zeugnisse der Freilichtmalerei sind in Zeichnungen aus diesem Zeitraum in Limperts  Nachlaß zu finden.

Der Kunststudent Limpert zeichnet in der Umgebung von Karlsruhe, z. B. in Knielingen im April und Mai 1887 Dorfansichten, Bachläufe und bescheidene anrührende Landschaften.

Im selben Jahr reist Johann Heinrich Limpert zum ersten Mal nach Holland und hält sich in Dordrecht und Papendrecht auf. Bilder der typisch holländischen Landschaft mit  weit heruntergezogenem Himmel und Hafenszenen mit Segelbooten entstehen. Der Ruf der Karlsruher Schule ist hervorragend und der Zulauf von Studienwilligen an die Akademie ist  groß, so ist die Zahl der Studierenden auf 134 angestiegen.

Das anspruchsvolle Studium in Karlsruhe spiegelt ein großformatiges „Japanisches Stilleben“  Limperts wieder, das sich heute im Besitz der Städtischen Galerien  im Städelschen  Kunstinstitut in Frankfurt am Main befindet. Das Werk zeigt raffiniert aufgebaute und arrangierte Gegenstände in strahlendem Licht.

1888 unternimmt Limpert eine zweite Hollandreise, die nach Aussage der Forschung den Einfluss des Lehrers Herrmann Baisch  auf Limpert  besonders sichtbar macht. Heinrich Limpert stellt nun wiederholt Viehweiden und Bachläufe mit Zäunen dar. Während dieser Studienreise entstehen zahlreiche Studien von einzelnen Rindern und Herden. Limpert bringt nun auch seine Begeisterung für die Darstellung von Wasser in seinen Arbeiten zum Ausdruck.

Nach Beendigung seines Studiums in Karlsruhe unternimmt Limpert seine erste Studienreise nach Italien. Zwischen 1889-1891 lebt er gemeinsam mit seinem Freund, dem Bildhauer Fritz Beyer, in Rom. Station macht man in Venedig, wo das Gemälde „Santa Maria della Salute“ entsteht. in Rom mieten die beiden jungen Künstler ein gemeinsamen Atelier in Catalfuni. Eine erhaltene Fotografie lässt vermuten, dass Johann Heinrich Limpert auch als Bildhauer tätig war, und dass beide Künstler auch Sammler von antiken Fundstücken und Nachbildungen waren. Limpert wird sich später in Frankfurt für Ausgrabungen auf der Saalburg interessieren.

Rom ist seit der Renaissance von großem Interesse für Künstler und Kunstbegeisterte. Mit den Berichten und Dichtungen Johann Wolfgang Goethes beginnt  die bis zum heutigen Tag anhaltende Italiensensucht der Deutschen, die man auch im Leben Limperts nachweisen kann.

Johann Heinrich Limpert liebt besonders die römische Campagna und unternimmt häufig Streifzüge in die weite Ebene um Rom. Er geht hinaus um „Landschaft, Tiere und Menschen zu zeichnen und zu malen und kehrt am Abend müde und oft ein wenig malariakrank zurück, um im Kreise lieber deutscher Kollegen sein einfaches Abendbrot zu essen.

Aus diesem Bericht geht hervor, dass Limpert einer deutschen Künstlerverbindung in Rom angehört, ab 1845 gab es den rein-deutschen Künstlerverein, der im Palazzo Serlupi seinen Sitz hatte. In Rom entstehen zwei Gemälde, „Römische Wasserleitung mit Ochsen in der Campagna“ und „Römische Aquädukt“. Limpert entwickelt hier nach Aussage der Forschung „eine eigenständige Sichtweise der Campagnalandschaft, ohne diese zu idealisieren, mit Blick auf einzelne Partien und dazugehörigen Charakteristika.“ Wichtig waren Limpert hier die Tierstudien, die in großer Zahl im Skizzenbuch, dass sich im Nachlass des Künstlers befindet, erhalten sind. In Limperts Zeichnungen „wird Realismus deutlich und nicht beschönigt oder romantisch verklärt“. Im Rom nimmt Limpert auch an einem der großen Künstlerfeste teil in Cervara teil, wo nach der Entdeckung der Grotten von Cervara, fanden am 1. Mai Ausflügen statt.

Zuerst zog man zu Skizzieren und Malen hinaus, später entwickelte sich daraus ein Feldzug im Stil griechische und römische Triumphzüge. Dabei spielte prächtige, phantasievolle und bizarre Kostümierungen eine große Rolle. Das letzte nachweisbare Cervarafest fand 1892 statt. Limperts Darstellungen von Rom sind vorwiegend antiker Bauten, was erhaltene Werke bezeugen. Dem jungen Absolventen zweier bedeutender Kunstakademien brachte der lange Italienaufenthalt einen umfassenden Bildungsabschluss durch die Kenntnis des Landes und der römische Antike, was man als privilegiert bezeichnen darf.

Zurückgekehrt nach Frankfurt, heiratet Johann Heinrich Limpert 1884 Christiane Ettlinger. Das junge paar bezieht eine geräumige Wohnung in der Königsteiner Straße in Frankfurt. Um größere Auftragswerte ausführen zu können mietet der Künstler ein zusätzliches Atelier. Frankfurt am Main befindet sich in dieser Zeit im Aufschwung, „eine neue Geldaristokratie entsteht mit den Frankfurter Juden.“ Sie sind fortan die vorrangigen Förder und Mäzene der Künstler. Für Johann Heinrich Limpert beginnt eine erfolgreiche Zeit. Käufer seiner Werke sind bedeutende Frankfurter persönlichkeiten, Konsul C. Weinberg, Dr. E. Weber, Rose Livington u.a. Der Künstler malt jetzt Motive seiner Heimatstadt „Vortaunuslandschaften im Sommer“ aus dem Jahr 1899, aber auch Burgen, wie die „Ronneburg“ bei Langenselbold oder die „Burg Runkel“ an der Lahn. Unweit von Limperts Wohnung lebt das Eheparr Steinhausen. Mit Ihnen verbindet eine lebenslange Freundschaft. Auch mit den Malern Jacop Happ und Rudolf Gudden  ist Limpert befreundet.Der Frankfurter Künstler Limpert erschafft zu diesem Zeitpunkt die Büste der Ida Steinhausen.

1899 erhält Limpert seinen bisher größten Auftrag, ein Grabmal für den Sanitätsrat Dr. Salomon Herxheimer, zu erschaffen. Für dieses plastische Werk erhält Limpert ein Honorar, das  ihm ermöglicht eine Villa zu erbauen. Das Grabmal Herxheimer befindet sich auf dem jüdischen Friedhof in der Rat- Beil- Straße in Frankfurt am Main. Die Reliefdarstellung von Limpert wurde in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts entwendet. Ein erhaltenes Foto von Limperts Atelier zeigt das Denkmal, aber auch die Vielzahl der plastischen Werke des Künstlers, die heute  verschollen sind. Auch nahezu alle Bilder, die von Frankfurter Sammlern erworben wurden, sind verloren. Nach  Limperts  Reise in die Lüneburger Heide entsteht wohl das Werk „Teufelsmoor in der Heide.“

Nach dem Tod der Mutter im Jahr 1901 reist Limpert zusammen mit seiner Frau nach Italien an der Sestri Levante. Das Werk „Brandung bei  Rapallo an der Sestri Levante“ entsteht“ Wieder zurückgekehrt unternimmt das Paar eine Reise in die Sommerfrische nach Gedern. Limpert schreibt „von großer Zufriedenheit über die schöne Gegend und die gute Unterkunft und Verpflegung.“  Noch oft wird Limpert in Gedern  verweilen.

Ab 1903 wohnt Limpert in Eschersheim in seiner selbst erbauten Villa nahe der Nidda. Zeitlebens liebte Limpert die Darstellung von Wasserläufen, Bächen und Flusslandschaften. Seine Schaffenskraft scheint in dieser Zeit auf einem Höhepunkt zu sein, denn er mietet sich 1906 ein zusätzliches Atelier im Grüneburgweg 23a. Zwischen 1906- 1908 wird Wilhelm Mook, ein heute wieder bekannter Frankfurter Maler, sein Schüler. 1906 verkauft der Künstler sein Haus in Eschersheim.

Zuvor, schon ab 1900 stellt Limpert, zusammen mit anderen Frankfurter Künstlern,  in den Jahresausstellungen des „Frankfurter Kunstvereins“, der 1829 gegründet wurde, aus. Später, im Jahr 1857, wurde von Malern die „Frankfurter Künstlergesellschaft“ gegründet, eine Verbindung deren Ziel es war die Interessen  der Künstler zu fördern und für ihre soziale Sicherheit zu sorgen. Zum Vorstand gehörten Hans Thoma, Wilhelm Steinhausen und Heinrich Hasselhorst. Treffpunkt war das „Steinerne Haus“. Die Ausstellungen dienten dem Verkauf der Bilder, wobei „Frankfurter Motive“ bevorzugt waren.

Der Erste Weltkrieg verändert das Kunstleben in Frankfurt. Die Arbeit des Frankfurter Kunstvereins wird zeitweise eingestellt. Zwischen 1913 und 1916 wird die Alte Brücke abgerissen und wieder neu aufgebaut. Limpert hinterlässt zwei Arbeiten mit dem Motiv „ Alte Brücke“.1915 stellt der Frankfurter Künstler Limpert in der Jahrhundertausstellung der westdeutschen Künstler in  Düsseldorf aus.

1917 werden im Rahmen einer Fritz Boehle  Gedächtnisausstellung in Emmerdingen( Baden) auch vier Werke von Limpert gezeigt. „Alte Mühle in Praunheim“ , „Heimziehende Herde bei Sonnenuntergang“, „Die Ronneburg bei Gelnhausen“, und ein Aquarell „Kühe auf der Weide“ .Limpert zeichnet und malt während der Kriegszeit im Goethehaus.Es entstehen „Interieur im Goethehaus“ „ Hofbrunnen im Goethehaus“

1919 führt der Frankfurter Kunstverein die  Nachlaßversteigerungen  Friedrich Ernst Morgensterns und des Sammlers Robert Flauaus durch. Hierunter haben sich  wohl auchGemälde Limperts befunden.Die Auswirkung der Inflation zwingen Limpert und seine Brüder Bartholomeus das Geburts in der Citronengasse zu verkaufen. Das Haus wurde 1944 bei einem Luftangriff zerstört.

1920 nimmt Limpert mit vier Ölgemälden und drei Radierungen an der Kunstausstellung der Frankfurter Künstlergesellschaft teil. An dieser Ausstellung nehmen viele bekannte Frankfurter Künstler und Maler aus der Region teil, wie Ugi Battenberg, Fritz Best,Emil Betzler, J. V. Cissarz, Joseph Corregio, F. K. Dellavilla, Reinhold Ewald, Rudolf Gudden, Wilhelm Lefèbre ,Reinhold Werner, Carl Nebel, Jakob Nussbaum, Wilhelm Steinhausen, Fritz Wucherer u. a. In den zwanziger Jahren spaltet sich das Kunstgeschehen in Frankfurt in die traditionell ausgerichtete Frankfurter Künstlergesellschaft und den der Moderne zugewanden  Frankfurter Künstlerbund. Limpert stellt ausnahmslos im Rahmen der Frankfurter Künstlergesellschaft aus.

1924 reist Limpert nach Sizilien. Den Künstler interessieren vor allem die antiken Bauten, wie Theater, aber auch Menschen und Tiere in der Landschaft und Zeichnungen, in denen Esel detailgetreu dargestellt werden, sind im Skizzenbuch enthalten. Syracus hat Limpert wohl sehr begeistert, so entsteht u. a. ein Gemälde „Griechisches Theater“ und eine Zeichnung „Syracus und Aetna“. In Neapel verfasst Limpert einen Bericht  vom Besuch auf dem Vesuv, der dramatisch verläuft, und ihm fast das Leben gekostet hätte.

1925 verkauft Limpert sein Haus an den Kunsthandwerker E. Braun, bleibt aber dort bis 1933 als Mieter wohnen. 1926 entsteht noch einmal ein Selbstbildnis, das er 1926 seiner Schwester Anna zum Geburtstag schenkt. Im selben Jahr entsteht das Kinderportrait des Großneffen Helmut, ein Pastell. Limpert hatte ein besonders inniges Verhältnis zu seinen Nichten und Neffen. Seine eigene Kinderlosigkeit war sehr schmerzhaft für ihn.

1927 findet zu Ehren seines 70. Geburtstages eine große Ausstellung statt, mit einer Übersicht seiner verschiedenen Schaffensperioden. Ein großer Erfolg ist es, dass die Städtische Galerie im Städelschen Kunstinstitut sein Gemälde „Agaven auf dem Palatin“ ankauft.

Die wirtschaftliche Lage der Frankfurter Künstler ist in der Mitte der 20er Jahre außerordentlich angespannt, so dass schon 1921 eine Unterstützungskasse für bedürftige Künstler eingerichtet wird. „Auch die Münchner Künstlervereinigung „3 Farben“ richtet 1926 ein Künstlerfest unter dem Motto „Paradies, Himmel, Hölle“ im Frankfurter Zoo aus, dessen Erlös den Frankfurter Künstlern zugute kommt.“

Limpert nimmt 1932 an der Jahrhundertausstellung in Frankfurt teil. Vom Frankfurter Kunstverein und der Frankfurter Künstlergesellschaft findet die Veranstaltung „100 Jahre Frankfurter Kunst 1832-1932“ statt. Johann Heinrich Limpert ist mit dem Gemälde „Vestatempel“ vertreten.

1933 zieht Limpert ins Stadtzentrum in die Hochstr. 4a, wo er bis zu seinem Lebensende bleibt. Die Frankfurter Altstadtsanierung 1934 unter Fried Lübbecke führt dazu, dass der Maler Limpert wieder Altstadtmotive wählt, wovon Bilder vom „Müllermain“, „Löhergasse“ und andere Motive aus dem Altstadtbereich entstehen. 1934 entstehen nochmals Tierdarstellungen in der Landschaft, wie „Kühe in Flusslandschaft unter Weiden“. 1935 entsteht Limperts Erzählung „Von meinen Eltern und Geschwistern.“ Ebenfalls 1935 schreibt Limpert seine „Lebenserinnerungen“. 1936 entsteht das Gemälde „Burg Eppstein“. Die Städtische Galerie kauft 1937 mit Mitteln der Künstlerförderung das Gemälde „Atelier in Karlsruhe“ (1886/88) an. Johann Heinrich Limpert beteiligt sich auch noch im Alter an Kunstausstellungen und nimmt 1937 an der „Großen deutschen Kunstausstellung“ in München teil. Hier stellt Limpert seine Bronzeplakette Wilhelm Steinhausens aus.

Anläßlich des 80. Geburtstages Limperts kauft die Städtische Galerie das Werk „Japanisches Stilleben“ an. Im März 1938 findet eine Sonderausstellung im Frankfurter Kunstverein statt. Die Ausstellung ist Johann Heinrich Limpert, Fritz Wucherer und Fritz Mannfeld gewidmet. Am 2. September 1938 findet der lange Weg Limperts sein Ende- eine Lebensreise, die der Kunst diente.

 

 Dr. Eugenie Börner

Forschungsergebnisse wurden der Dissertation "Der Frankfurter Maler Johann Heinrich Limpert" von Dr. Anke Emig entnommen.

 

 

Chronik der Limpert Gesellschaft e.V. / Gesellschaft zur Förderung Frankfurter Malerei e.V.

 

 

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Letzte Änderung: 29.12.2010

 

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